Sie haben einen veralteten Browser

Bitte aktualisieren Sie ihren Browser

Browser aktualisieren
Nachrichtenarchiv anzeigen Nachhaltigkeit - in unserem täglichen Leben

Sortiergitter für Kaltwassergarnelen sorgt für geringen Beifang

Da der Einsatz von Sortiergittern für Garnelentrawler obligatorisch ist, ist der Beifang in der Garnelenfischerei vor Grönland sehr gering.

Garnelen leben zusammen mit vielen anderen Fischarten am Meeresboden. Sie sind im Vergleich zu anderen Arten relativ klein. Die Fischerei in Westgrönland erfolgt auf dem grönländischen Kontinentalsockel in einer Tiefe von 300–600 m. Hier halten sich die Garnelen in bestimmten Gebieten auf, in der Regel auf einem weichen Untergrund aus Schlamm und Sand. Die Fischerei erfolgt Jahr für Jahr in den gleichen Gebieten.

Garnelenfischerei

Der Garnelenfang erfolgt mit Schleppnetzen, die eine kleine Maschengröße benötigen. Die Maschengröße im Steert beträgt etwa 40 mm, verglichen mit 100 mm beim Fang von Heilbutt. Das Schleppnetz wird direkt über dem Meeresboden gezogen und während der Fischerei besteht die Gefahr, andere Arten als Beifang aufzunehmen, sowohl große als auch kleine unter der Mindestgröße. Dies gilt z. B. für Kabeljau, Heilbutt und Gestreifter Seewolf. Für die Schiffe ist es nicht zweckmäßig, andere Arten als Garnelen aufzunehmen, da diese die Zielart sind und die Produktion darauf ausgerichtet ist.

Garnelen leben vor Ost- und Westgrönland, sowohl küstennah als auch auf hoher See. Die primären Fanggebiete von Westgrönland befinden sich heute vor Nuuk und nördlich davon. In beiden Gebieten wird mit Schleppnetzen gefischt, wobei die Größe der Schiffe für die Küstenfischerei jedoch begrenzt ist. Je weiter man nach Norden kommt, desto geringer ist die Artenvielfalt. Deshalb ist der Beifang bei der Fischerei auf Kaltwassergarnelen in Grönland im Vergleich zu südlicheren Gegenden, z. B. in Europa, generell sehr begrenzt.

Einführung von Sortiergittern

In den 1980er Jahren wurden in Norwegen die ersten Versuche mit dem Einsetzen eines Gitters in die Schleppnetze durchgeführt, um unerwünschte Arten auszusortieren. Als sich das Gitter als funktionsfähig erwies, wurde es weiterentwickelt und ist heute als „Nordmøre-Gitter“ bekannt. 2001 wurde in den grönländischen Rechtsvorschriften die Forderung nach der Verwendung von Sortiergittern in Schleppnetzen auf allen Schiffen eingeführt. Aus Gründen des Arbeitsschutzes wurde jedoch eine Ausnahmeregelung für Schiffe der Küstenfischerei erteilt. Diese Ausnahmeregelung wurde 2011 aufgehoben, sodass heute alle Garnelentrawler Sortiergitter verwenden.

Das Sortiergitter wurde von den meisten Fischern gut angenommen, da eine manuelle Nachsortierung entfiel, ebenso wie die Gefahr, dass größere Fische die Garnelen zerdrücken. Insgesamt führte dies zu einer effektiveren Fischerei und brachte Garnelen von besserer Qualität. Das Sortiergitter ist somit ein großer Gewinn sowohl für den Fischer als auch für die Erhaltung anderer Arten und damit für das Ökosystem.

Das Gitter ist als Gitterrost gestaltet, wobei der Abstand zwischen den Gitterstäben gemäß der grönländischen Gesetzgebung mindestens 22 mm betragen muss. Das bedeutet, dass Fische und anderer Beifang, der größer als 22 mm ist, wieder aus dem Schleppnetz geschoben wird, während die kleineren Garnelen durch das Sortiergitter schlüpfen und gefangen werden. Das Sortiergitter wird am Ende des Schleppnetzes am Eingang zum Steert angebracht. Darüber befindet sich eine Öffnung, durch das die aussortierten Fische ins Freie gelangen.

Image

Das Gitter ist wirksam

Durch die Einführung des Gitters ist der Beifang deutlich reduziert worden. So werden große und kleine Arten, einschließlich größerer Jungfische, aussortiert, die früher in den Steert gelangten. Allerdings gelangt alles, was kürzer oder schmaler als 22 mm ist, immer noch in den Steert. Das können z. B. kleinere Fischarten wie Polardorsch oder Krebstiere (Krill) sein. Diese werden dann im Fischabscheider an Bord aussortiert.

Jedes Jahr wird die Menge des Beifangs durch die grönländische Fischereiaufsichtsbehörde (GFLK) berechnet und viele Jahre lang lag der Beifang bei < 1 % des Gesamtfangs. Das ist sehr gering und bestätigt die Wirksamkeit des Gitters. Der sehr geringe Beifang ist auch einer der Grundpfeiler der MSC-Zertifizierung für die Garnelenfischerei in Westgrönland.

Image

Weitere Entwicklung

Das Gitter wird laufend verbessert und an den aktuellen Bedarf angepasst. Die Gittergröße muss sowohl zur Größe der Garnelen als auch zum Beifang in dem jeweiligen Fanggebiet passen. Darüber hinaus müssen die Arbeitsbedingungen so gestaltet sein, dass eine optimale Handhabung gewährleistet ist, ohne dass Probleme für die Besatzung entstehen.

Nächste Nachricht: Empfehlungen aus einem Fischereiverbesserungsprojekt (FIP) für die küstennahe Heilbuttfischerei
...